Ich Bau ein Haus
Bauen Phase I Phase II

Phase II - Wir bauen selber weiter

Der Neuanfang:
Im September ist die Kündigung durch. Jetzt dürfen wir selber weitermachen. Gar nicht so einfach. Zumal wir beide nebenbei noch arbeiten. Deshalb suchen wir uns einen Architekten, der uns hilft. Wir brauchen eine vernünfige Abwasserplanung. Unser Planungsbüro hatte einen Entwurf eingereicht, der wegen Fehlern abgelehnt und angemahnt, jedoch niemals korrigiert wurde. Weitere Aktionen waren für uns nicht erkennbar.
Da der Kanal bei uns tief liegt, wäre im es Nachhinein das einfachste gewesen, das Abwasser unter dem Haus laufen zu lassen. Das hätte uns die Hebeanlage erspart. Allerdings hätte das einer besseren Planung bedarft.

Die Suche:
Nun geht die Suche nach den verschieden Gewerken los. Ein guter Handwerker scheint mindestens ein halbes Jahr im Voraus beschäftigt zu sein. Entschuldigung bei allen, bei denen das nicht so ist.
Ähnlich ist's mit Baugerüsten. "Wir bekommen sie nicht zurück" ist die Aussage der meisten Gerüstbaufirmen.
Keine Zinsen auf der Bank - da investieren viele in Dämmung...
 
Und jetzt kommen wir - Termin - sofort, morgen, spätestens aber nächste Woche.
 
Da wir damit gerechnet haben, dass es mit unserem Planungsbüro nicht weitergeht, haben wir uns bereits vorher um die Gewerke gekümmert. Allerdings mit mäßigem Erfolg.
Nur der Dach- und Fensterbauer Lorit stand bereit. Nach der Vertragsauflösung mit dem Planungsbüro konnten wir ihn schnell für unser Bauvorhaben verpflichten.
Aber auch hier gab es Verzögerungen. Plötzlich gab es nicht mehr genug trockenes Holz für den Dachausbau.
Nur das Gerüst konnte über Lorit besorgt werden.
 
Es hat Wochen gedauert, bis wir mit Hilfe des Architekten ein Elektrounternehmen finden konnten, dass auch so kurzfristig Zeit hatte.
 
Die Sanitärfirma konnten wir mit Hilfe eines Freundes finden. Normal hätte er so eine Baustelle nicht mehr übernommen.
 
Schizophren - Firmen, die Zeit haben, vertraut man dann plötzlich nicht mehr (das kann ja nix g'scheids sein) und Firmen, die absagen, trauert man hinterher...

In der Zwischenzeit:
Trocknen wir den Keller. Wir haben uns Pumpen von Boels besorgt, um den Keller leerzupumpen. Die Firma Bürsch hat uns Trockner und Gasheizgeräte kostenfrei zur Verfügung gestellt.
In einem Baumarkt haben wir Gasturbinen gekauft, um die Wände trocken zu bekommen.
 
In einem sind sich die Firmen einig - Sie fangen erst an, wenn Fenster gesetzt sind.

Kurzes Zwischenspiel:
Die Handwerker legen los... Santärer, Elektriker und Trockenbauer.
An dem von Lorit vermittelten Treppenhaus stürzt der Elektriker ab und bricht sich das Schlüsselbein. Bis auf weiters arbeitsunfähig. Uns ist das schrecklich peinlich.
Die Arbeiten werden wieder eingestellt.
 
Jetzt suchen wir ein neues Gewerk - die Bautreppe... - Die warten ja schon lange auf uns... :-(
 
Über einen dubiosen Vermittler finden wir eine Firma, denen unser Treppenhaus uns nicht zu "unnormal" ist. Der finale Unterbau wird eingebaut und mit Folien geschützt. Darauf werden Bautreppen montiert. Und das Ganze zu einem super Preis.
Geht schnell, dauert aber auch wieder einige Wochen.

Jetzt aber los:
Nachdem wir Wochen später eine Bautreppe hatten (und die Elektrofirma Zeit hatte einen Mitarbeiter freizuschaufeln und / oder anzustellen) ging's weiter.
Inzwischen wird's Winter und es wird immer kälter und es gibt keine Heizung. Trotz Deckel drauf und Fenster drin sind die Temperaturen unzumutbar.
Ein Freund - er hat eine Kaminbaufirma - hat uns einen gebrauchten Holzofen zur Verfügung gestellt und auch gleich angeschlossen.
Damit können wir zumindest eine akzeptable Grundtemperatur herstellen. Ich laufe sogar Nachts auf die Baustelle um nachzuschüren.
 
Die Arbeiten gehen flott weiter.
 
Im Dezember ist dann alles so weit, dass die Estricher kommen können.
Nur halten die Temperaturen? Wenn es kälter wird, kann der Estrich nicht verarbeitet werden.
Ausserdem ist noch keine Sanitär-Druckprüfung erfolgt.
An dem Tag bevor die Estricher anfangen wollten, ist immer noch keine Druckprüfung erfolgt. Angeblich reicht der Wasserdruck nicht aus.
Wir beschweren uns beim Chef.
Um 22:00 Uhr bekommen wir eine SMS, besagend, dass ein anderer Mitarbeiter die Druckprüfung gerade vornimmt. Also nix wie hin.
Inzwischen haben wir Minusgrade und das Wasser friert immer wieder in den Schläuchen ein. Irgendwann ging's dann aber doch.
Und man glaubt es nicht, es gab zwei undichte Stellen. Menschlich normal. Schade nur, dass die Prüfung so kompliziert war. Ein Leck unter dem Estrich wäre, vor allem bei Fußbodenheizung, unnötig teuer geworden. Daher werden die offenen Stellen noch schnell repariert und die Estricher können beginnen.

Winterpause:
Über Weihnachten geht nix. Dabei hätten wir sooo viel Zeit und wenig innere Ruhe...
Aber der Estrich kann gut trocknen.

Neujahr:
Und weiter geht's.
Der Estrich ist über die Feiertage getrocknet. Jetzt kommt der Innenputz. Und wieder warten bis der Putz halbwegs trocken ist.
Der Innenausbau startet. Michi und Marco sind schwer am arbeiten.
Wir bestellen auch schon den Holzofen. 10% Rabatt sind nicht viel. Im Internet könnte ich noch 10% mehr rausholen. Aber über den Ofenbauer bekommen wir ja auch noch unsere Fliesen zum Superpreis. Also bestellen wir den Ofen dort.
Im Februar 2010 wird der Abwasserkanal gelegt. Die ausführende Firma haben wir über unseren Vermittler bekommen. Die Kernbohrung ist ungewöhnlich.
Der Kanal ist trotzdem einige Tage später angeschlossen. Jetzt müßte noch verschoben und verdichtet werden, aber der Kanalbauer ist von heute auf morgen verschwunden. Er ist nicht mehr auf der Baustelle zu sehen und auch telefonisch nicht mehr erreichbar. Eines Tages wird auch sein Bagger abgeholt. Und das obwohl seine Rechnung nur anteilig bezahlt war.
Kurzum, wir haben ihn nie wieder gesehen. Mit einem halben Tag Arbeit hätte er die Arbeiten hier abgeschlossen und seine Rechnung stellen können. Er hat tatsächlich auf das restliche Geld verzichtet.
Während der Arbeiten haben wir erfahren, dass der Vermittler genauso viel verdient, wie er selber. Und das war das beste Angebot.

Frühjahr:
Wir bestellen die Böden. Eigentlich war ausgemacht, dass wir mit den Prozenten von Freunden direkt abrechnen können, aber nach der Rückfrage der Fliesenfirma, geht die Rechnung über die Firma unserer Freunde.
Als wir deren Rechnung bekamen, waren noch 10% Freundschaftsrabatt übrig - anstatt der zugeagten 20 bis 25%. Freunde halt... Oder doch nur Bekannte, die an uns noch Geld verdienen müssen - trotz unserer schlechten finanziellen Situation?
Die Böden werden verlegt, die Wände gestrichen, die Türen gesetzt.
Die Elektriker entwirren das Kabelchaos und schließen den Sicherungskasten an. Für mich, der Wahnsinn.
Die Sanitärer beginnen mit dem Anschluss der Heizung, dem Einbau der Waschbecken, Toiletten udgl.
Im Gästebad sind die Anschlussbolzen für das Waschbecken zu breit gesetzt. Wenn wir ein passendes Waschbecken einbauen würden, geht die Tür nicht mehr auf.
Die Sanitärer sind hilflos, da die Fliesen bereits gelegt sind.
Daher bestellen wir ein einfaches Hängebecken inkl. Unterschrank aus dem Internet.

Kleiner Kommentar an der Seite:
Eine Heizung zu verkaufen ist einfach. Erste Zweifel sollten aufkommen, wenn der Monteur bei der Montage erst mal die Anleitungen lesen muss (und die Zeit dafür auch noch in Rechnung stellt). Moderne Heizungen sind schlicht und einfach kompliziert. Die Internetforen werden immer voller.
Mittlerweile geht der Heizungseinbau und -anschluss weg vom Sanitärer und hin zum Elektriker. Bei unserem Nachbar hat die Heizung der Elektriker gemacht. Der Sanitärer war nur für die Verrohrung danach zuständig.
Optimal ist's dann, wenn beide schon länger zusammenarbeiten.
Zum Glück hatten wir einen kompetenten Elektriker, der über den Tellerrand hinausschauen kann. Der hat dann die nötige Verkabelung der Heizung gemacht.
Temperaturen, Fußpunkte, Heizkurven, Pufferspeicher, Vorlauf, Rücklauf - Ich habe nicht das Zutrauen, dass unsere Sanitärefirma uns diesbezüglich fachlich fundiert beraten kann.
Durch Lesen im Internet habe ich gesehen, dass der Bivalenzpunkt bei uns auf +15° eingestellt war. Auf Nachfrage bei Stiebel-Eltron hieß es, "das kommt von dem Aufheizprogramm".
Jetzt müssen wir (auf unsere Kosten) versuchen die richtigen Einstellungen zu finden.

Umzug:
Ende März 2011 sind wir dann soweit. Zwei Wochen vor dem Umzug kam die Küche. Sanitär, Elektrik, Michi (Fliesenleger, Maler, Trockenbauer, Türensetzer) sind soweit mit ihren Arbeiten abgeschlossen.
Michi bzw. Marco malern das alte Haus.
Wähend der Wohnungsübergabe ist der Garten noch voll Müll (Alte Küche, Möbel, Betten, die wir nicht mit umziehen wollten). Unsere Nachmieter waren auch schon dabei. Die wollten das Haus am gleichen Tag übernehmen.
Noch während der Übergabe, kamen die Jungs von AVM und holten den ganzen Schrott aus dem Garten. Sie nahmen wirklich alles mit.

 

Hier geht's zurück zu Phase I, oder zu dem Zeitverlauf.

Zuletzt geändert am 29.12.2011 21:48

 

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Aktuelles von der Front:

10.03.2012:

Erfahrungen mit Heizung dokumentiert
Es gibt eine neue Seite: Erfahrungen - Heizung.
Hier werden die ersten Erfahrungen mit unserer Wärmepumpe in der Polarzeit (Ende Jan. 2011 bis Mitte Feb 2012) beschrieben.

 

01.03.2012:

Mit steigenden Temperaturen beruhigt sich die WP
Nachdem die Temperaturen Mitte Feb. 2012 wieder von dem Polar-Tief (-18°C) wieder hochgehen, beruhigt sich die Wärmepumpe wieder. Derzeit liegen wir wieder bei Nachttemperaturen um die 0°C und Tagtemperaturen um knapp über 10°C.
Da läuft die Wärmepumpe wieder zeitweise.

01.02.2012:

Die Wärmepumpe läuft und läuft
Die Temperaturen gehen ziemlich in den Keller. In den letzten Tagen hatten wir bis zu 15° Kälte. Trotzdem sind die Kosen für die Wärmepumpe von 59 auf nur 71€ gestiegen. Zusätzlich haben wir die Grundtemperatur mal wieder erhöht um den Boden wärmer zu haben.

16.01.2012:

Die Rechnungsserie will nicht abreissen
Nachdem wir jetzt ca. 9 Monate hier wohnen, haben wir wieder eine Ankündigung einer erneuten Vermessung bekommen. Die ursprüngliche Vermessung hat schon 2.500€ gekostet. Dann mussten wir vor einigen Monaten ein Schnurgerüst beauftragen, über dessen Bezahlung und Beauftragung wir heute noch streiten.
Und wieder kommen Kosten von 900 bis 1.200€ auf uns zu.
Auch die Straße muss wegen unserem Abwasseranschluss wieder neu geteert werden. Das liegt in der Hoheit der Stadt. Dieses Damoklesschwert hängt auch noch über uns.

Siehe unter Bauherren-Tagebücher-DE

16.01.2012:

Das Eingangstor ist fertig.
Ist ganz schön gut geworden. Schön, dass wir uns die Kosten mit unserem Nachbarn teilen können. Bisher habe ich es leider bisher nur im Dunkeln gesehen. Bilder werden noch folgen.

20.12.2011:

Die Heizung in einem der Kellerräume heizt schier ununterbrochen
Nach der Nachbesserung des Elektrikers funktionieren nun zwar die Steuerungen der rechten und linken Kellerräume, aber dafür läuft die Fußbodenheizungen des mitteleren Kellerraums unaufhörich und vor allem unabhängig von dem Thermostaten. Das war vorher nicht so...
Das werden wir nächstes Jahr klären.

19.12.2011:

Nachricht über offene Posten eines Insolvenzverwalters
Über die Baufirma unseres Nachbarn haben wir die Garage, Pflaster- und Gartenarbeten bestellt. Das Meiste haben wir auch bezahlt. Manches haben wir auch gekürzt, weil die Leistung unvollständig erbracht wurde, oder wir nachbessern mussten. Es war alles diskutiert und dokumentiert.
Jetzt fangen wir wieder von vorne an...

15.12.2011:

Offene Sanitärarbeiten werden erledigt...
Die Sanitärfirma schickt einen erfahrenen Mitarbeiter, der die offenen Arbeiten erledigt.
Bleibt nur noch die Frage nach dem Wasserschaden. Das werden wir klären, wenn die Rechnung für die Reparatur vorliegt.

13.12.2011:

Elektro wird nachgebessert...
Nach über zwei Wochen, wurden einige Elektroarbeiten nachgebessert.